Buch: Projekt Reitplatz- & Paddockbau
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Erfahrt, wie Ihr Fehler im Reitplatz- und Paddockbau vermeidet.
Lest, welcher Aufbau zu Euch passt und mit welchen Kosten Ihr rechnen müsst.
Reitplatz & Paddock planen? Hier kommt Praktiker-Wissen:
15 Jahre Branchenerfahrung und hunderte begleitete Projekte im Reitplatzbau – mit unserem neuen Buch sichert Ihr Euch echtes Praxiswissen.
Von der Planung über den Aufbau bis zur Pflege bekommt Ihr Tipps auf 128 Seiten:
- Worauf es bei Baugenehmigungen ankommt.
- Warum der Baugrund der größte Kosten- und Risikofaktor Eures Projekts ist.
- Wie man das Kleingedruckte in AGB richtig liest und Profis erkennt
- Welche Systeme und Reitschichten es gibt. Mit großer Vergleichstabelle!
- Wie hoch die Pflege- und Folgekosten bei Reitplatz & Paddock tatsächlich sind und wie Ihr die Wirtschaftlichkeit errechnen könnt.
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Buch: Projekt Reitplatzbau
22,89 €Buch Hardcover | 128 Seiten | Projekt Reitplatz- & Paddockbau | Praxisratgeber | inkl. Versand per Post in DEexkl. 7 % MwSt.
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Kostenfreie Auszüge aus "Projekt Reitplatzbau und Paddockbau"
Baugenehmigung
Baugenehmigung für Reitplatz und Paddock: Geschichten von Geduld und Absurdität
Diese Geschichte werde ich nie vergessen: In Nordrhein-Westfalen haben wir ein Paddock gebaut. Ein paar hundert Quadratmeter groß. Für ein gemeinnütziges Projekt. Auf dem Hof wird Tieren eine letzte Lebensstätte gegeben. Das Problem waren die absurden Anforderungen der Baubehörde. Diese sahen so aus:
- Es durfte absolut kein Milliliter Nitrat (Pferdeurin) in den Baugrund gelangen.
- Zwei Folien mussten als Schutz in den Boden eingebracht werden.
- Um wirklich sicherzustellen, dass kein einziger Milliliter in den Baugrund versickert, musste jeder einzelne Pfahl des Paddockzauns zusätzlich mit Folie abgedichtet werden!
Und nun zum Highlight dieser Paddock Baugenehmigung:
Ein Gefälle mit Oberflächenentwässerung zur Seite durfte angelegt werden! :-O
So wurde durch uns ein Paddock für eine Unsumme gebaut, deren praktischer Nutzen darin besteht, dass das nitrathaltige Wasser nun nicht innerhalb der Paddockfläche, sondern 20 Meter weiter im Boden versickert. Herzlichen Dank an die zuständige Behörde!
Doch neben abstrusen Geschichten gibt es bei Baugenehmigungen weiteres zu beachten. Und natürlich war diese Geschichte die auffälligste in all unseren Jahren im Reitplatzbau. Viele Baubehörden sind kooperativ, freundlich und hilfsbereit. Wie so oft im Leben: Es kommt darauf an, an wen Ihr geratet.
Ein leicht sonniger Mittwochmorgen im Mai begann, wie er oft bei uns beginnt:
Unser Graderfahrer lädt seine Maschinen ab. Wir bauen einen Reitplatz, bzw. sanieren eine 30 Jahre alte Reitfläche. Unsere Kundin ritt vorher auf dem über Jahre entstandenen Reitboden und freute sich nun, endlich einen Profi-Reitplatz zu bekommen. Während Christoph gerade seine Raupe ablädt, fährt ein auffälliger Geländewagen am Grundstück vorbei. Ein Mann steigt aus. Er schaut sich um. Zückt sein Handy. Macht Fotos. Wenige Minuten später ist er wieder weg. Eine Stunde später klingelt das Telefon unserer Kundin.
Die Baubehörde der Gemeinde.
Die Mitarbeiterin der Baubehörde teilt ihr mit, dass Ihr zugetragen wurde, dass sie gerade einen Reitplatz bauen wolle, der nicht genehmigt wurde. Unsere Kundin korrigiert die Annahme:
„Der Reitplatz ist sogar kartografiert. Ich habe die Anlage vor einiger Zeit gekauft. Der Reitplatz existiert seit 30 Jahren!“
„Haben Sie eine schriftliche Baugenehmigung vorliegen?“
„Von vor 30 Jahren? Nein. Dazu gibt es keine Unterlagen. Aber der Platz ist eingezeichnet.“
„Das spielt leider keine Rolle. Wenn Sie keine Genehmigung haben, dürfen Sie auf der Fläche keine Arbeiten vornehmen. Sie können jetzt einen Antrag stellen. Sollten wir diesen nicht genehmigen, müssten Sie den Reitplatz komplett zurückbauen lassen, wenn Sie ihn jetzt bauen.“
[…wie die Story endet, erfahrt Ihr in unserem Buch]
Den sprichwörtlichen „Bestandsschutz“ gibt es somit nicht in der Form, wie man das oft denkt. Der sogenannte formelle Bestandsschutz greift nur, wenn irgendwann einmal eine Genehmigung vorlag. Ein materieller Bestandsschutz (ohne Genehmigung) existiert nur dann, wenn der Reitplatz in der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum hinweg komplett den damals geltenden Gesetzen entsprach und eigentlich hätte genehmigt werden müssen.
Damit Euer Projekt Reitplatz- oder Paddockbau echte Erfolgsaussichten hat, zeigen wir Euch hier die wichtigsten Tipps und Erkenntnisse zum Thema:
[…]
Reitplatzbeläge im Vergleich
Welcher Reitplatzbelag zu Euch passt
Für nahezu jeden Wunsch gibt es heute eine passende Reitschicht-Lösung. Auch hier hat man schnell das Problem der Reizüberflutung. Schließlich preist jeder Hersteller sein eigenes Material als das Beste an. Die Praxiserfahrung zeigt: „Das Beste“ gibt es in der Form nicht. Es gibt heute viele gute Reitplatzbeläge und ebenso viele Paddockbeläge. Ob aber ein Naturreitsand, ein Sand-Vlies-Gemisch, Teppichschnitzel oder HolzSticks die für Euch beste Lösung sind, liegt an Euren Wünschen, Anforderungen, den Pflegemöglichkeiten und natürlich am Budget. Nutzt unsere Checkliste und tragt zu jeder Eigenschaft ein, wie wichtig Euch das Thema ist.
Gibt es ein Ausschlusskriterium, wenn die Reitschicht Eure Anforderung nicht erfüllt? Dann setzt ein dickes Kreuz in die Spalte KO-Kriterium. Nachdem Ihr fertig seid, guckt ein paar Seiten dahinter in unsere Vergleichstabelle Reitschichten. Jetzt könnt Ihr abgleichen, was zu Euch passt.
[… mehr im Buch]
Reitsand
Die meistgewählte Tretschicht – und der Fakt über den keiner gerne spricht
Reitsand ist der mit Abstand meistgewählte Reitplatz- und Paddockbelag. Kein Wunder: Reitsand bietet in Sachen Scherfestigkeit die besten Reiteigenschaften und verspricht optimale Eintrittstiefen. Darum ist er erste Wahl für Profireiter, Turnierveranstalter und Reitställe mit Anspruch.
Doch worüber sprechen wir eigentlich genau, wenn wir von „Reitsand“ reden? Oftmals gar nicht über „Sand“ an sich – sondern über ein Gemisch von Sand und Zuschlagstoffen. Hier dann wahlweise Siebgut, Jute, Sisal, Bambus und natürlich der aktuell meistgenutzte Zuschlagstoff: Vlies als Häcksel oder Faser.
Schätzungsweise 60-75% aller Reitsande werden mit Zuschlagstoffen gemischt, bevor sie für den Reitplatz verbaut werden (beim Paddock deutlich weniger). Wird von „Reitsand“ gesprochen, ist daher meistens ein Gemisch von Sand und synthetischen oder organischen Zuschlagstoffen gemeint. Dafür gibt es gute Gründe:
Wirklich gut geeignete Reitsande findet Ihr in höchstens einer handvoll Gruben. Das bestätigte auch die wissenschaftliche Abhandlung „Sondierung zu Zuschlagstoffen im Reitboden“ vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften. Die Autoren Hemker, Vornholt und Bertelmann sagen ganz deutlich: „Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass nur wenige Sande in Material, Kornform und Korngröße geeignet sind.“
Zum Glück gibt es einige Sande, die alle Anforderungen erfüllen. Doch durch die immer weiter steigenden Transportkosten (Maut, Sprit, etc.) ist es regional abhängig sehr teuer, guten Reitsand zu bekommen. Zuschlagstoffe sind hier eine gute Lösung, um Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen (was bei synthetischen Zuschlagstoffen wie Vlies fragwürdig ist). Man sollte nur klar benennen, wofür Zuschlagstoffe wirklich gebraucht werden – nämlich um aus Sanden, die sonst allein nicht ausreichen würden, mehr herauszuholen.
Habt Ihr einen guten Anbieter von Reitsand gefunden, überzeugt dieser Euch mit:
- Höchster Scherfestigkeit, denn keine der folgenden Sandalternativen bietet so gute Scherfestigkeit und geringe Eintrittstiefen, wie eine Reitsand-Tretschicht.
- Hoher Lebensdauer, die je nach Pflege und Nutzung auch locker 10-15 Jahre bestehen kann
- Rutschsicherheit – die es ebenfalls bei keiner Sandalternative in der Form gibt
Gleichzeitig gehen Reitsande immer auch mit folgenden Notwendigkeiten einher:
- Ohne Wasser geht nichts – denn Sand baut seine Eigenschaften über den Wasserhaushalt auf. Einen Sand, der ohne Bewässerung funktioniert, gibt es nicht.
- Ein passender Reitplatzplaner muss – abgestimmt auf den Reitsandbelag – angeschafft werden.
[…mehr Infos im Buch]
Worüber bei Reitsanden keiner gerne redet
Vor Reitern und Stallbetreibern wird eines oftmals nicht so klar angesprochen: Ein optimaler Reitsand benötigt keine Zuschlagstoffe. Diese sind immer nur ein Hilfsmittel, um mehr aus einem Sand herauszuholen. Vlies erhöht die Scherfestigkeit und verhindert „Wegrutschen“ bei engen Wendungen. Es gibt Anbieter, die Sande und Zuschlagstoffe virtuos mischen – und es gibt einige, die Gewinne damit machen, dass sie eher unpassende Sande mit so viel Vlies-Faser-Gemisch vollstopfen, bis diese für den Laien toll aussehen (sprich: geringste Eintrittstiefen haben).
„Mit Vlies bekommt Ihr jeden noch so schlechten Sand fest!“
Ob das dann für die Gesundheit der Pferde sinnvoll ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. In einem wissenschaftlichen Versuch eines der in diesem Bereich führenden Forschungsinstitute (der Hochschule Osnabrück) konnte aufgezeigt werden, dass Reitsande, die mit hohem Vlieshäcksel-Faser-Anteil vermischt werden, die Stoßdämpfung deutlich reduzieren. Das entspricht einer Wirkung auf den Bewegungsapparat des Pferdes, als würde es auf Beton laufen!
128 Seiten Reitplatzbau-Wissen mit Vergleichstabellen und praktischen Beispielen
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Autor: Daniel Dirkes
Erstveröffentlichung: 07/2026
ISBN: 978-3-9828346-2-7
